Nachhaltige Entwicklung in Deutschland -

Luftbelastung - Gesunde Umwelt erhalten

Indikator 3.2.b: Anteil der Bevölkerung mit erhöhter PM10-Fein­staub­expo­sition

Zum Indikator 3.2.b in der Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

SDG-11.6.2
(Bewertung des Berichtsjahres 2015 aus dem Indikatorenbericht 2018)

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Diese Übersicht beinhaltet zusätzliche Informationen zu den oben dargestellten Indikatoren, wie eine kurze Definition des Indikators und eine Beschreibung des politisch festgelegten Zielwertes sowie die politische Intention für die Auswahl des Indikators.

Definition (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Der Indikator zeigt die Anzahl an Personen, die an ihrem Wohnort im Jahresmittel einer Exposition von mehr als 20 Mikrogramm Feinstaub PM10 (Staubteilchen mit einem Durchmesser kleiner 10 Mikrometer) pro Kubikmeter (m³) Luft ausgesetzt waren.

Ziel und Intention (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Das Einatmen von Feinstaub kann u. a. zu Erkrankungen der Atemwege (z. B. Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) oder Lungenkrebs) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt) führen. Zum besseren Schutz der Gesundheit soll daher bis zum Jahr 2030 erreicht werden, dass niemand an seinem Wohnort im Jahresmittel mehr als 20 Mikrogramm (µg) Feinstaub PM10 pro Kubikmeter(m³) Luft (Richtwert der Welt­gesund­heits­orga­nisa­tion) ausgesetzt ist.

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Text aus dem Indikatorenbericht 2018

Der in der Luft enthaltene Feinstaub (PM10) wird an insgesamt mehr als 370 Luftmessstationen sowohl in Ballungsgebieten als auch in ländlichen Regionen für Deutschland erfasst. Dabei werden für die Berechnung dieses Indikators nur diejenigen Messstationen berücksichtigt, die keinem direkten Feinstaubausstoß zum Beispiel aus dem Verkehr ausgesetzt sind, da diese nur die punktuell erhöhte („Hot Spots“) und keine großflächige Belastung abbilden. Aus diesen erhobenen Daten zur sogenannten Hintergrundbelastung wird mittels einer Verschneidung räumlicher Informationen die Anzahl der Personen bestimmt, die im Jahresmittel an ihrem Wohnort einer Feinstaubbelastung von mehr als 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ausgesetzt sind. Da die Modellrechnung nur auf denjenigen Messstationen basiert, die keinem direkten Feinstaubausstoß aus lokalen Quellen ausgesetzt sind, kann von einer Unterschätzung des Indikators ausgegangen werden.

Somit bildet der Indikator keine flächendeckende Einhaltung des Richtwertes, sondern eine auf die Wohnorte der Bevölkerung bezogene Einhaltung ab. Er gibt weder einen Hinweis auf die Höhe der Exposition der Bevölkerung insgesamt noch auf deren Variation im Jahresverlauf. Nicht gesondert betrachtet werden durch diesen Indikator zudem die Belastungen durch kleinere Feinstaubpartikel (PM2,5 und PM0,1).

Feinstaub entsteht hauptsächlich bei Verbrennungsprozessen fossiler Energieträger wie dem Heizen, in industriellen Anlagen oder dem Straßenverkehr. Neben diesen primären Quellen kann sich Feinstaub auch sekundär durch chemische Reaktion von Luftschadstoffen beispielsweise aus der Landwirtschaft bilden.

Die Feinstaubbelastung mit PM10 ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Während im Jahr 2007 die durchschnittliche Belastung der Bevölkerung noch bei 20,7 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft lag, betrug sie im Jahr 2015 nur noch 16,5 Mikrogramm pro Kubikmeter. Im gleichen Zeitraum ist auch die Anzahl der Personen deutlich zurückgegangen, die im Jahresmittel an ihrem Wohnort einer Feinstaubbelastung von mehr als 20 Mikrogramm PM10 pro Kubikmeter Luft ausgesetzt war: Im Jahr 2007 waren es rund 50 Millionen Personen, im Jahr 2015 noch rund 4 Millionen Personen. Ein Teil des starken Rückgangs zwischen 2014 und 2015 beruht vermutlich darauf, dass im Jahr 2015 außergewöhnlich wenig austauscharme Wetterlagen auftraten.

Wenn sich die durchschnittliche Entwicklung der letzten Jahre weiter fortsetzt, kann das erreichte Ziel, die Bevölkerung flächendeckend einer Hintergrund-Feinstaubexposition von unter 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel auszusetzen, voraussichtlich gehalten werden.

In dieser Übersichtstabelle sind die Bewertungen des Indikators für Deutschland nach Stand der vorhergehenden Jahre dargestellt. Daran lässt sich ablesen, ob das Wettersymbol für einen Indikator in den vergangenen Jahren stabil oder eher volatil war. (Bewertungen aus dem Indikatorenbericht 2018)

Indikator

3.2.b - Anteil der Bevölkerung mit erhöhter PM10-Feinstaubexposition

Ziel

Erreichung des Feinstaub- WHO-Richtwerts von 20 Mikrogramm/m3 für M10 im Jahresmittel möglichst flächendeckend bis 2030

Jahr

2012

2013

2014

2015

Bewertung - - - -

Datenquelle 2

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