Nachhaltige Entwicklung in Deutschland -

Gesundheit und Ernährung - Länger gesund leben

Indikator 3.1.f: Adipositasquote von Erwachsenen

Zum Indikator 3.1.f in der Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

(Bewertung der Entwicklung Deutschlands im Berichtsjahr 2017 aus dem Indikatorenbericht 2018)

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Diese Übersicht beinhaltet zusätzliche Informationen zu den oben dargestellten Indikatoren, wie eine kurze Definition des Indikators und eine Beschreibung des politisch festgelegten Zielwertes sowie die politische Intention für die Auswahl des Indikators.

Definition (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Der Indikator gibt den Anteil der Erwachsenen (ab 18 Jahren) mit Adipositas an der erwachsenen Gesamtbevölkerung an.

Ziel und Intention (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Adipositas ist maßgeblich beteiligt an der Entstehung von Zivili­sations­krank­heiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Gelenkschäden. Neben den gesundheitlichen Folgen wirkt sich Adipositas auch in volkswirtschaftlicher und sozialer Hinsicht belastend aus. Folglich soll der Anteil der Bevölkerung mit Adipositas in Deutschland nicht weiter ansteigen.

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Text aus dem Indikatorenbericht 2018

Adipositas bzw. Fettleibigkeit wird mithilfe des Body-Mass-Index (BMI) festgestellt, berechnet aus dem Verhältnis von Körpergewicht in Kilogramm zur Körpergröße in Metern zum Quadrat. Menschen mit einem BMI ab 25 gelten nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als übergewichtig und ab einem BMI von 30 als adipös. Der BMI ist ein Richtwert, bei dem Körperbau, alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede sowie die individuelle Zusammensetzung der Körpermasse unberücksichtigt bleiben.

Datengrundlage des Indikators ist der Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes. Die Stichprobenbefragung erfolgt bei 1 % der Gesamtbevölkerung. Die Beantwortung der Fragen zur Gesundheit, welche in der Regel alle vier Jahre gestellt werden, ist freiwillig. Somit basiert der Indikator auf dem Anteil der Bevölkerung, die im Mikrozensus die Fragen zu Körpergewicht und Körpergröße beantwortet haben und einen BMI von 30 und mehr aufweisen. Die entsprechenden Daten wurden auf die europäische Bevölkerung von 1990 standardisiert, um Daten für unterschiedliche Jahre und Regionen miteinander vergleichen zu können, ohne dass es zu Verzerrungen aufgrund unterschiedlicher Altersstrukturen kommt. Da die Fragen zu Gesundheit im Mikrozensus nicht jährlich erhoben werden, wurden die Zwischenjahre in der Grafik interpoliert.

Im Jahr 2017 waren 14,6 % der Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren adipös. Dabei war der Anteil der Männer mit Adipositas (16,3 %) höher als der Anteil der adipösen Frauen (12,9 %). 1999 lag der Anteil noch bei 10,7 % der Bevölkerung. Auch damals waren Frauen (10,2 %) etwas weniger von Adipositas betroffen als Männer (11,1 %). Die Adipositasquote bei Erwachsenen ist folglich gestiegen und entwickelt sich damit konträr zum Ziel der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Weitere 33,9 % der Bevölkerung ab 18 Jahren wiesen im Jahr 2017 einen BMI von 25 bis unter 30 auf. Insgesamt galten damit 48,5 % als übergewichtig (BMI ab 25). Dabei war der Anteil bei den Frauen mit 38,7 % deutlich kleiner als bei den Männern mit 57,7 %.

Der Anteil der Menschen mit Adipositas steigt mit zunehmendem Lebensalter und geht erst im höheren Alter zurück. Im Jahr 2017 hatten 3,4 % der 18- und 19-jährigen Frauen Adipositas. Bei den 30- bis unter 35-Jährigen waren es bereits 10,1 %. Den höchsten Anteil bei den Frauen erreichte die Altersgruppe der 65- bis unter 70-Jährigen mit 21,7 %. Die Adipositasquote der Männer lag bei den unter 75-Jährigen jeweils höher als bei den gleichaltrigen Frauen und erreichte in den Altersgruppen der 60- bis unter 65-Jährigen mit 24,5 % und der 65- bis unter 70-Jährigen mit 25,3 % die höchsten Anteile. Interessant ist, dass im höheren Alter – ab etwa 75 Jahren – der Anteil der adipösen Frauen höher ist als der Anteil der adipösen Männer. Ab diesem Alter ist jedoch auch der Anteil der Männer in der Bevölkerung deutlich geringer. Zum Stand 31. Dezember 2017 betrug der Anteil der Männer ab 75 Jahren an der Bevölkerung in diesem Alter nur noch 40 %, während die Geschlechterverteilung zwischen 50 und 60 Jahren ausgeglichen war. Dieses Ungleichgewicht im höheren Alter lässt sich auf die höhere Lebenserwartung der Frauen zurückführen bzw. darauf, dass Männer früher versterben als Frauen.

Untergewicht, das heißt ein BMI kleiner als 18,5, ist ein gegenteiliges Phänomen zur Fettleibigkeit. Frauen waren 2017 wesentlich häufiger (4,0 %) von Untergewicht betroffen als Männer (1,0 %). Junge Frauen im Alter von 18 bis 19 Jahren waren sogar zu 12,1 % untergewichtig; 20- bis unter 25-Jährige noch zu 8,5 %.

In dieser Übersichtstabelle sind die Bewertungen des Indikators für Deutschland nach Stand der vorhergehenden Jahre dargestellt. Daran lässt sich ablesen, ob das Wettersymbol für einen Indikator in den vergangenen Jahren stabil oder eher volatil war. (Bewertungen aus dem Indikatorenbericht 2018)

Indikator

3.1.f - Adipositasquote von Erwachsenen

Ziel

Anstieg dauerhaft stoppen

Jahr

2014

2015

2016

2017

Bewertung - - - -

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