Nachhaltige Entwicklung in Deutschland -

Landbewirtschaftung - In unseren Kulturlandschaften umweltverträglich produzieren

Indikator 2.1.a: Stick­stoff­über­schuss der Landwirtschaft

Zum Indikator 2.1.a in der Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

(Bewertung des Berichtsjahres 2014 aus dem Indikatorenbericht 2018)

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Diese Übersicht beinhaltet zusätzliche Informationen zu den oben dargestellten Indikatoren, wie eine kurze Definition des Indikators und eine Beschreibung des politisch festgelegten Zielwertes sowie die politische Intention für die Auswahl des Indikators.

Definition (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Der Indikator stellt den jährlichen Stick­stoff­über­schuss für den Sektor Landwirtschaft, berechnet als Stickstoffzufuhr abzüglich Abfuhr von Stickstoff, in Kilogramm (kg) je Hektar (ha) landwirtschaftlich genutzter Fläche dar.

Ziel und Intention (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Im Übermaß in die Umwelt eingetragener Stickstoff führt zur Belastung von Grund- und Ober-flächenwasser, zur Überversorgung von Binnengewässern, Meeren und Landökosystemen mit Nährstoffen (Eutrophierung), zur Entstehung von Treibhausgasen und versauernden Luftschadstoffen mit negativen Folgen für Klima, Artenvielfalt und Land­schafts­quali­tät. Für den Zeitraum 2028 bis 2032 soll im Mittel eine Verringerung der Stickstoffüberschüsse der Ge-samtbilanz für Deutschland auf 70 Kilogramm je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche pro Jahr erreicht werden.

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Text aus dem Indikatorenbericht 2018

Der Indikator wird vom Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde des Julius Kühn-Instituts und dem Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Universität Gießen berechnet. Bei der Berechnung werden Stickstoffzufuhren durch Düngemittel, aus biologischer Stickstofffixierung, durch atmosphärische Einträge, die nicht von der Landwirtschaft emittiert wurden, durch Saat- und Pflanzgut sowie importierte und inländisch erzeugte Futtermittel berücksichtigt. Die Stickstoffabfuhr erfolgt über pflanzliche und tierische Marktprodukte.

Im Jahr 2016 waren Düngemittel mit 55,1 % (107 Kilogramm Stickstoff je Hektar und Jahr) die wichtigste Komponente der Stickstoffzufuhr in der Gesamtbilanz. Futtermittel aus dem Inland trugen mit 22,4 % (43 kg/ha), Futtermittel aus dem Ausland mit 12,1 % (23 kg/ha), die biologische Stickstofffixierung mit 6,6 % (13 kg/ha), die außerlandwirtschaftlichen Emissionen mit 2,0 % (4 kg/ha), Saat- und Pflanzgut mit 0,7 % (1 kg/ha) und Konfermente mit 1,1 % (2 kg/ha) zur Stickstoffzufuhr bei. Während die Stickstoffzufuhr zwischen 1990 und 2016 um rund 9 % verringert wurde, stieg die Stickstoffabfuhr zwischen 1990 und 2016 mit 41 % deutlich stärker an. Dabei entfielen 2016 knapp drei Viertel der Stickstoffabfuhr aus der Landwirtschaft auf pflanzliche und ein Viertel auf tierische Marktprodukte.

Der Gesamtsaldo des Indikators wird nach dem Prinzip der Hoftor-Bilanz berechnet, somit werden Stickstoffflüsse im innerbetrieblichen Kreislauf nicht berücksichtigt. Als maßgebliche Zeitreihe für den Indikator dient das gleitende Fünfjahresmittel, welches sich jeweils aus dem Gesamtsaldo des betreffenden Jahres sowie der beiden Vor- und Folgejahre berechnet. Hierdurch werden witterungs- und marktabhängige jährliche Schwankungen ausgeglichen, die nicht von den landwirtschaftlichen Betrieben beeinflusst werden können. Der Indikator trifft keine Aussage zur regionalen Verteilung der Stickstoffüberschüsse. Auch wenn der für Deutschland als Ziel vorgegebene Durchschnittswert unterschritten wird, können regionale Stickstoffüberschüsse deutlich mehr als 70 Kilogramm je Hektar und Jahr betragen.

Der Stickstoffsaldo sank im Zeitraum von 1992 bis 2014 von 121 auf 97 Kilogramm je Hektar und Jahr (– 19,5 %). Nach der starken Reduktion des Stickstoffüberschusses zu Beginn der Zeitreihe, ging der Stickstoffüberschuss zwischen 2010 und 2014 nur um 0,9 % zurück. Setzt sich diese Entwicklung fort, kann eine Verringerung bis auf 70 Kilogramm je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche im Jahresmittel 2028 bis 2032 nicht erreicht werden.

Der deutliche Rückgang des Stickstoffüberschusses Anfang der 1990er-Jahre resultierte aus einem reduzierten Düngemitteleinsatz und abnehmenden Tierbeständen in den neuen Bundesländern. Die vergleichsweise schwache Reduktion im weiteren Verlauf der Zeitreihe beruhte auf einem leichten Rückgang bei mineralischem Düngemitteleinsatz und höheren Erntemengen aufgrund des technischen Fortschritts in der Pflanzenproduktion und -züchtung (effizientere Stickstoffdüngung, Sortenspektrum) bei gleichzeitiger Ausweitung des Anbauumfangs ertragsstarker Kulturarten (Mais, Weizen) sowie einer verbesserten Futterverwertung bei den Nutztieren.

Der Indikator weist eine enge Beziehung zu den Indikatoren 3.2.a „Emissionen von Luftschadstoffen“, 6.1.b „Nitrat im Grundwasser“, 14.1.a „Stickstoffeintrag über die Zuflüsse in Nordund Ostsee“ und 15.2 „Eutrophierung der Ökosysteme“ auf.

In dieser Übersichtstabelle sind die Bewertungen des Indikators für Deutschland nach Stand der vorhergehenden Jahre dargestellt. Daran lässt sich ablesen, ob das Wettersymbol für einen Indikator in den vergangenen Jahren stabil oder eher volatil war. (Bewertungen aus dem Indikatorenbericht 2018)

Indikator

2.1.a - Stickstoffüberschuss der Landwirtschaft

Ziel

Verringerung der Stickstoffüberschüsse der Gesamtbilanz für Deutschland auf 70 kg/ ha landwirtschaftlich genutzter Fläche im Jahresmittel 2028-2032

Jahr

2011

2012

2013

2014

Bewertung - - - -

Datenquelle 1

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Organisation

Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde, Julius Kühn-Institut

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Datenquelle
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Datenquelle 2

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Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement, Universität Gießen

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