Nachhaltige Entwicklung in Deutschland -

Nachhaltiger Konsum - Konsum umwelt- und sozialverträglich gestalten

Indikator 12.1.a: Marktanteil von Produkten mit staatlichen Umweltzeichen

Zum Indikator 12.1.a in der Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

(Bewertung des Berichtsjahres 2016 aus dem Indikatorenbericht 2018)

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Diese Übersicht beinhaltet zusätzliche Informationen zu den oben dargestellten Indikatoren, wie eine kurze Definition des Indikators und eine Beschreibung des politisch festgelegten Zielwertes sowie die politische Intention für die Auswahl des Indikators.

Definition (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Der Indikator misst den Marktanteil von Produkten mit freiwilligen oder verpflichtenden Umweltzeichen, deren Vergabegrundlagen von staatlichen Organen festgelegt werden.

Ziel und Intention (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Private Haushalte können direkt und indirekt nachhaltig konsumieren. Einerseits beeinflusst ihre Einkaufsentscheidung ihre eigene Umweltbilanz, denn energieeffiziente Fahrzeuge oder gedämmte Häuser benötigen bei der Nutzung weniger Energie und verursachen einen geringeren Ausstoß von Treibhausgasen. Andererseits können die Verbraucherinnen und Verbraucher Produkte erwerben, die auf besonders nachhaltige Weise hergestellt wurden. Ziel der Bundesregierung ist es daher, den Marktanteil von Produkten mit staatlichen Umweltzeichen bis 2030 auf 34 % zu erhöhen.

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Text aus dem Indikatorenbericht 2018

Der Indikator setzt sich aus den Marktanteilen von Produkten mit einem der Umweltzeichen EU Ecolabel, EU-Bio-Siegel, Blauer Engel oder der jeweils höchsten Klasse des EU-Energieverbrauchskennzeichens zusammen. Die EU-Energieverbrauchskennzeichnung adressiert primär Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen, während die anderen drei Produktkennzeichen auch andere Umweltbelastungen wie Pestizideinsatz und gefährliche Abwässer berücksichtigen. Der Indikator soll abbilden, ob umweltfreundliche Produktvarianten konventionelle Produktvarianten im Markt ersetzen. Betrachtet wird dabei nur eine Auswahl an Produktgruppen, unter anderem weil nur begrenzt Daten zu Umsätzen von Produkten mit Nachhaltigkeitskennzeichen verfügbar sind. Zudem würde die Einbeziehung von bestimmten Produktgruppen zu Doppelzählungen führen, da sie mehrere Nachhaltigkeitskennzeichen zugleich tragen.

Für den Indikator werden Haushaltsgeräte wie Kühlgeräte, Waschmaschinen, Fernsehgeräte und Staubsauger betrachtet. Weiterhin werden Leuchtmittel, Bio-Lebensmittel, Hygienepapier, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Autos erfasst. Da die Märkte der einzelnen Produktgruppen unterschiedlich groß sind, werden die Marktanteile mit dem Umsatzvolumen des jeweiligen Gesamtmarktes gewichtet. Dies soll sicherstellen, dass hohe Marktanteile in kleinen Nischenmärkten den Indikator nicht verzerren. Außerdem können auf diese Weise die Ausgaben für umweltfreundliche Produkte in Beziehung zu den Gesamtausgaben der privaten Haushalte gesetzt werden.

Eine Gewichtung der Marktanteile nach Umweltrelevanz der jeweiligen Produktgruppen ist nicht möglich, da die Umweltkennzeichen verschiedene Kategorien (Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen, Materialbedarf) adressieren, die nicht gegeneinander aufgerechnet werden können. Daher lässt sich eine allumfassende Bewertung über mehrere Umweltkategorien im Sinne eines Umweltfußabdrucks der Produktgruppen nicht darstellen. Da der Indikator nur die neu in Verkehr gebrachten Güter in Relation zum Gesamtmarkt erfasst, berücksichtigt er auch keine Rebound-Effekte. Er beschreibt zudem den Marktanteil auf Basis von Umsätzen. Bedingt durch Preisunterschiede zwischen Produkten mit und ohne den entsprechenden Umweltsiegeln lässt er folglich keine Rückschlüsse auf deren Anzahl zu. Auch kann eine Änderung des Indikatorwertes auf Preisänderungen bei einer Produktgruppe zurückzuführen sein.

Als Quellen für die Berechnung des Indikators werden Daten der Gesellschaft für Konsumforschung, des Kraftfahrt-Bundesamtes, der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH, des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft, des Verkehrsclubs Deutschland e. V. und des Umweltbundesamtes verwendet. Letzteres berechnet die Indikatorwerte jährlich ab dem Berichtsjahr 2012.

Zwischen 2012 und 2016 stieg der Marktanteil von Produkten mit staatlichen Umweltzeichen von 3,6 auf 8,6 %. Das entspricht einem Umsatz von insgesamt 25,7 Milliarden Euro im Jahr 2016.

Die Festlegung der Energieverbrauchsklassen für Pkw wird in regelmäßigen Abständen von der EU dem aktuellen technischen Stand angepasst. Auch gelten für entsprechende Geräte, beispielsweise Kühlschränke, Backöfen oder Wäschetrockner, gesetzliche Mindestanforderungen für Neuware. Dies kann generell zur weiteren Verbreitung von energiesparenden Produkten beitragen, kann den Indikator aber auch indirekt über die Anpassung von Vergabekriterien verzerren.

In dieser Übersichtstabelle sind die Bewertungen des Indikators für Deutschland nach Stand der vorhergehenden Jahre dargestellt. Daran lässt sich ablesen, ob das Wettersymbol für einen Indikator in den vergangenen Jahren stabil oder eher volatil war. (Bewertungen aus dem Indikatorenbericht 2018)

Indikator

12.1.a - Marktanteil von Produkten mit staatlichen Umweltzeichen

Ziel

Steigerung des Marktanteils auf 34 % bis 2030

Jahr

2013

2014

2015

2016

Bewertung - - - -

Datenquelle 1

Logo Gesellschaft für Konsumforschung (GfK)

Organisation

Gesellschaft für Konsumforschung (GfK)

Datenquelle 2

Logo Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)

Organisation

Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)

Datenquelle 3

Logo Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI)

Organisation

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI)

Datenquelle 4

Logo Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e. V. (BÖLW)

Organisation

Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e. V. (BÖLW)

Datenquelle 5

Logo Verkehrsclub Deutschland e. V.

Organisation

Verkehrsclub Deutschland e. V.