Nachhaltige Entwicklung in Deutschland -

Gleichstellung - Gleichstellung in der Gesellschaft fördern

Indikator 5.1.a: Ver­dienst­ab­stand zwischen Frauen und Männern

Zum Indikator 5.1.a in der Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

SDG-8.5.1
(Bewertung der Entwicklung Deutschlands im Berichtsjahr 2017 aus dem Indikatorenbericht 2018)

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Diese Übersicht beinhaltet zusätzliche Informationen zu den oben dargestellten Indikatoren, wie eine kurze Definition des Indikators und eine Beschreibung des politisch festgelegten Zielwertes sowie die politische Intention für die Auswahl des Indikators.

Definition (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Der Indikator zeigt den Unterschied zwischen den durchschnittlichen Brutto­stun­den­ver­dien­sten der Frauen und der Männer in Prozent der durchschnittlichen Brutto­stun­den­ver­dien­ste der Männer.

Ziel und Intention (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind in modernen Erwerbsgesellschaften ein Zeichen für soziale Ungleichheit. Die Verringerung der Lohnunterschiede ist ein Indikator für Fortschritte auf dem Weg zur Gleichstellung. Die Bundesregierung verfolgt daher das Ziel, bis zum Jahr 2020 den Ver­dienst­ab­stand auf 10 % zu verringern.

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Text aus dem Indikatorenbericht 2018

Der hier dargestellte Indikator zeigt den unbereinigten geschlechterspezifischen Verdienstabstand (unadjusted gender pay gap). Er setzt dafür ausschließlich die durchschnittlichen Bruttostundenverdienste ins Verhältnis zueinander, ohne deren Ursachen, wie Qualifikation, Tätigkeit oder unterschiedliche Erwerbsbiografien, zu berücksichtigen.

Datengrundlage des Indikators bildet die vierjährliche Verdienststrukturerhebung, die von den Statistischen Ämtern der Länder als repräsentative Stichprobenerhebung mit Auskunftspflicht bei insgesamt maximal 60 000 Betrieben durchgeführt wird. Auf Basis dieser Daten werden Ergebnisse nach Alter, Bildungsniveau, Leistungsgruppen, Tätigkeit, Tarifbindung, Unternehmensgrößenklassen und Wirtschaftsabschnitten berechnet und der bereinigte Gender Pay Gap (GPG) veröffentlicht. Für die Zwischenjahre wird der unbereinigte GPG mit den Veränderungsraten aus der vierteljährlichen Verdiensterhebung fortgeschrieben. Für den bereinigten und unbereinigten GPG wird im Folgenden die EU-Abgrenzung zugrunde gelegt, wonach Beschäftigte der „Landund Forstwirtschaft, Fischerei“, der „öffentlichen Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ sowie Beschäftigte in Kleinstbetrieben unberücksichtigt bleiben.

Im Jahr 2017 lag der unbereinigte Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern bei durchschnittlich 21 %. Das heißt, der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen lag um rund ein Fünftel niedriger als der Verdienst der Männer. Seit 1995 hat sich der unbereinigte GPG kaum verändert. Folglich kann bei einer Fortsetzung der Entwicklung der letzten fünf Jahre das angestrebte Ziel im Jahr 2020 nicht erreicht werden.

Im EU-Durchschnitt lag der unbereinigte GPG im Jahr 2016 bei 16 %. Die Staaten mit den geringsten Unterschieden im unbereinigten Bruttostundenverdienst waren neben Italien und Rumänien (5 %) Belgien und Luxemburg (6 %). Lediglich in Estland (25 %) und der Tschechischen Republik (22 %) war der unbereinigte GPG 2016 höher als in Deutschland (21 %).

Allerdings zeichnete sich für Deutschland kein einheitliches Bild ab. Zwischen den Bundesländern bestanden erhebliche Unterschiede: Am höchsten lag der GPG im Jahr 2017 mit 27 % in Baden-Württemberg, während er in Sachsen-Anhalt bei einem insgesamt niedrigerem Verdienstniveau lediglich 2 % betrug.

Untersuchungen der ursächlichen Faktoren des GPG können alle vier Jahre auf Basis der detaillierten Ergebnisse aus der Verdienststrukturerhebung durchgeführt werden. Derzeit liegen Ergebnisse für das Jahr 2014 vor. Diese Faktoren, die die Verdienstunterschiede bestimmen, unterliegen langfristigen Veränderungsprozessen und sind damit im Zeitablauf relativ stabil. Die wichtigsten messbaren Gründe für den unbereinigten Verdienstabstand sind unterschiedliche Branchen und Berufe, in denen Frauen und Männer tätig sind, sowie die ungleich verteilten Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation. Darüber hinaus sind Frauen häufiger als Männer teilzeit- oder geringfügig beschäftigt.

Durch die genannten Ursachen können auf Bundesebene rund drei Viertel des Unterschieds in den durchschnittlichen Stundenverdiensten statistisch erklärt werden. Das verbleibende Viertel des Verdienstunterschieds entspricht dem bereinigten GPG von 6 % im Jahr 2014.

Verglichen mit dem unbereinigten GPG zeigt sich beim bereinigten GPG auf Ebene der Bundesländer ein wesentlich einheitlicheres Bild. Er lag im Jahr 2014 zwischen 4 % (in Thüringen) und 10 % (in Brandenburg).

In dieser Übersichtstabelle sind die Bewertungen des Indikators für Deutschland nach Stand der vorhergehenden Jahre dargestellt. Daran lässt sich ablesen, ob das Wettersymbol für einen Indikator in den vergangenen Jahren stabil oder eher volatil war. (Bewertungen aus dem Indikatorenbericht 2018)

Indikator

5.1.a - Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern

Ziel

Verringerung des Abstands auf 10 % bis 2020, Beibehaltung bis 2030

Jahr

2014

2015

2016

2017

Bewertung - - - -

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Organisation

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