Nachhaltige Entwicklung in Deutschland -

Entwicklungszusammenarbeit - Nachhaltige Entwicklung unterstützen

Indikator 17.1: Anteil öffentlicher Entwick­lungs­ausga­ben am Brutto­natio­nal­ein­kommen

Zum Indikator 17.1 in der Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

SDG-17.2.1
(Bewertung des Berichtsjahres 2017 aus dem Indikatorenbericht 2018)

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Diese Übersicht beinhaltet zusätzliche Informationen zu den oben dargestellten Indikatoren, wie eine kurze Definition des Indikators und eine Beschreibung des politisch festgelegten Zielwertes sowie die politische Intention für die Auswahl des Indikators.

Definition (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Der Indikator erfasst die öffentlichen Nettoausgaben für Entwicklungs­zusammen­arbeit (Official Development Assistance, ODA) im Verhältnis zum Brutto­natio­nal­ein­kommen (BNE).

Ziel und Intention (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Mit ihrer Entwicklungs­zusammen­arbeit tragen die Industrienationen dazu bei, die weltweite Armut zu mindern, den Frieden zu sichern, humanitäre Notlagen zu lindern und Demokratie zu verwirklichen, die Globalisierung gerecht zu gestalten und die Umwelt zu schützen. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, will die Bundesregierung das ursprünglich bereits für 2015 festgelegte Ziel, den Anteil öffentlicher Entwick­lungs­ausga­ben am Brutto­natio­nal­ein­kommen auf 0,7 % zu steigern, bis zum Jahr 2030 erreichen.

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Text aus dem Indikatorenbericht 2018

Datengrundlage des Indikators sind die Statistiken der Leistungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vom Statistischen Bundesamt erstellt werden.

Die Anrechenbarkeit einer Leistung als ODA ist durch die entsprechenden Richtlinien des Entwicklungsausschusses (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) definiert. Zur ODA zählen vor allem Ausgaben für die finanzielle und technische Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern, humanitäre Hilfe sowie Beiträge für Entwicklungszusammenarbeit an multilaterale Institutionen wie zum Beispiel die Vereinten Nationen, die Europäische Union, die Weltbank oder regionale Entwicklungsbanken. Daneben sind auch Ausgaben für bestimmte Friedensmissionen, der Erlass von Schulden sowie bestimmte Ausgaben für Entwicklung im Geberland, etwa Studienplatzkosten für Studierende aus Entwicklungs- und Schwellenländern oder Ausgaben für entwicklungsspezifische Forschung, als ODA anrechenbar. Im Jahr 2015 fand eine Anpassung der Berechnungsgrundlage der deutschen ODA statt, durch die die Kosten für Unterbringung, Versorgung und Bildung von Flüchtlingen im Geberland umfassender berücksichtigt werden.

Eine Expertengruppe des DAC hat Vorschläge zur Vereinheitlichung und besseren Vergleichbarkeit der Methoden zur Erhebung von ODA-anrechenbaren Ausgaben für Flüchtlinge im Inland vorgelegt. Diese Vorschläge können ab Berichtsjahr 2017 und müssen spätestens ab dem Berichtsjahr 2019 von den Mitgliedsstaaten implementiert werden. Die OECD bzw. der DAC definiert auch die Liste der ODA-fähigen Entwicklungs- und Schwellenländer. Diese umfasst zum einen die am wenigsten entwickelten Länder (LDCs) sowie weitere Länder mit niedrigem und mittlerem Bruttonationaleinkommen pro Kopf. Ausgeschlossen sind Mitglieder der G7 und Russland, der EU sowie EU-Beitrittskandidaten mit festem Beitrittsdatum. Die Liste wird dreijährlich aktualisiert. Veränderungen des Indikators können sich also auch dadurch ergeben, dass einzelne oder mehrere Länder in die Liste aufgenommen werden bzw. aus ihr herausfallen.

Im Jahr 2017 lag der Anteil der öffentlichen Entwicklungsausgaben am deutschen BNE nach vorläufigen Werten bei 0,66 %. Die Netto-ODA-Leistungen betrugen 2017 rund 21,9 Milliarden Euro (vorläufiger Wert), dies bedeutet einen Rückgang um 2,1 % im Vergleich zum Vorjahr (22,4 Milliarden Euro). Hierbei ist zu beachten, dass Deutschland in den Jahren 2015 und 2016 einen großen Strom an Flüchtlingen aus Krisengebieten erfahren hat. Leistungen für die Grundversorgung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern aus Entwicklungsländern in Deutschland können als ODA gemeldet werden. Dies ist einer der Hauptgründe für den starken Anstieg der Werte von 2015 und 2016 im Vergleich zu 2014, während für 2017, mit sinkender Zuwanderung, ein leichter Rückgang zu beobachten ist. Ohne Einbeziehung der Flüchtlingskosten ist die ODA-Quote im Vergleich von 2016 auf 2017 nahezu konstant geblieben.

Im internationalen Vergleich war Deutschland 2017 (vorläufige Angaben) absolut gesehen der zweitgrößte Geber von ODA-Mitteln hinter den USA und vor Großbritannien. Bezogen auf das BNE liegt die von Deutschland 2017 erreichte Quote von 0,66 % über dem Durchschnittswert der EU-Mitglieder des OECD-Entwicklungsausschusses (0,59 %). Relativ gesehen liegt Deutschland damit auf Platz 6 von 29 DAC-Mitgliedsländern. Das internationale Ziel von 0,7 % erreichten im Jahr 2017 Schweden, Luxemburg, Norwegen, Dänemark und Großbritannien.

Neben der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit werden auch von privater Seite Beiträge geleistet, zum Beispiel durch Kirchen, Stiftungen und Verbände. Diese private Entwicklungszusammenarbeit, die nicht ODA-anrechenbar ist, belief sich 2017 auf 1,3 Milliarden Euro, was einem Anteil von 0,04 % am Bruttonationaleinkommen entsprach. Private Direktinvestitionen in den Entwicklungs- und Schwellenländern beliefen sich 2017 auf 10,9 Milliarden Euro vor Revision.

In dieser Übersichtstabelle sind die Bewertungen des Indikators für Deutschland nach Stand der vorhergehenden Jahre dargestellt. Daran lässt sich ablesen, ob das Wettersymbol für einen Indikator in den vergangenen Jahren stabil oder eher volatil war. (Bewertungen aus dem Indikatorenbericht 2018)

Indikator

17.1 - Anteil öffentlicher Entwicklungsausgaben am Bruttonationaleinkommen

Ziel

Steigerung des Anteils auf 0,7 % des Bruttonationaleinkommens bis 2030

Jahr

2014

2015

2016

2017

Bewertung - - - -

Datenquelle 1

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Organisation

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Link zur
Datenquelle
Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands in neuem Fenster öffnen

Datenquelle 2

Logo Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Organisation

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Datenquelle 3

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Organisation

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)