Nachhaltige Entwicklung in Deutschland -

Armut - Armut begrenzen

Indikator 1.1.a, b: Materielle Deprivation sowie erhebliche materielle Deprivation

Zum Indikator 1.1.a, b in der Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

SDG-1.2.2

a) Materielle Deprivation Leicht bewölkt

(Bewertung des Berichtsjahres 2017 aus dem Indikatorenbericht 2018)

b) Erhebliche materielle Deprivation Leicht bewölkt

(Bewertung des Berichtsjahres 2017 aus dem Indikatorenbericht 2018)

Auswahl

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Diese Übersicht beinhaltet zusätzliche Informationen zu den oben dargestellten Indikatoren, wie eine kurze Definition des Indikators und eine Beschreibung des politisch festgelegten Zielwertes sowie die politische Intention für die Auswahl des Indikators.

Definition (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Materielle Deprivation beschreibt den Mangel an bestimmten Gebrauchsgütern und den unfreiwilligen Verzicht auf ausgewählten Konsum aus finanziellen Gründen. Die beiden Indikatoren geben den Anteil der Personen an der Gesamtbevölkerung an, die als materiell depriviert (1.1.a) bzw. als erheblich materiell depriviert (1.1.b) gelten. Die (erhebliche) materielle Entbehrung trifft für alle Menschen zu, deren Haushalt von neun vorgegebenen Kriterien, die die finanziellen Einschränkungen des Haushalts widerspiegeln, mindestens drei (erheblich materiell depriviert: mindestens vier) erfüllt.

Ziel und Intention (Text aus dem Indikatoren­bericht 2018)

Der Indikator „materielle Deprivation“ ist auch Teil der ausführlichen Armuts- und Reich­tums­bericht­erstat­tung der Bundesregierung. Durch die Identifikation individueller Mangelsituationen soll er stellvertretend zur Abbildung armutsgefährdeter Lebenslagen dienen. Daher soll der Prozentsatz der Personen, die materiell depriviert bzw. erheblich materiell depriviert sind, jeweils unter dem Niveau in der Europäischen Union liegen.

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Text aus dem Indikatorenbericht 2018

Die Daten stammen aus der europaweit harmonisierten jährlichen Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC), die in Deutschland vom Statistischen Bundesamt in Zusammenarbeit mit den Statistischen Landesämtern unter dem Namen „Leben in Europa“ durchgeführt wird. Dabei geben jährlich etwa 14 000 Privathaushalte in Deutschland auf freiwilliger Basis Auskunft zu Einkommen und Lebensbedingungen.

Die Indikatoren zeigen jeweils den Anteil der Bevölkerung, bei dem in mehreren Bereichen nach der Selbsteinschätzung ein unfreiwilliger Verzicht oder Mangel aus finanziellen Gründen besteht. Als Prüfmerkmale wurden Ausgaben für eine Lebensführung ausgewählt, die in Europa als angemessen, wünschenswert oder gar notwendig angesehen wird. Diese neun Kriterien, die zur Beschreibung des Sachverhalts „materielle Entbehrung“ dienen, sind für alle Länder, in denen EU-SILC durchgeführt wird, einheitlich und ermöglichen somit einen europaweiten Vergleich.

Die neun Merkmale umfassen im Einzelnen: das Fehlen eines Autos, einer Waschmaschine, eines Farbfernsehgeräts oder eines Telefons im Haushalt (jeweils weil es sich der Haushalt finanziell nicht leisten kann), ein finanzielles Problem, die Miete, Hypothek oder Rechnungen für Versorgungsleistungen rechtzeitig zu bezahlen, die Wohnung angemessen zu heizen, jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine gleichwertige vegetarische Mahlzeit zu essen, jährlich eine Woche Urlaub außerhalb der eigenen Wohnung zu verbringen oder unerwartete Ausgaben in einer bestimmten Höhe (Armutsgrenze des Vorjahres; 2017: 1 000 Euro) aus eigenen finanziellen Mitteln zu bestreiten.

Mit der materiellen Deprivation verbunden ist das Problem der sozialen Ausgrenzung, da die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben aufgrund fehlender finanzieller Mittel gefährdet ist. Der Indikator „Erhebliche materielle Entbehrung“ ist auch Teil des Indikators „Armut oder soziale Ausgrenzung“, mit dem eines der fünf Kernziele der Europa 2020-Strategie (Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung) gemessen wird.

Im Jahr 2017 galten 9,1 % der Bevölkerung in Deutschland als materiell depriviert, 3,4 % waren von erheblicher materieller Entbehrung betroffen. Die entsprechenden Werte lagen im Jahr 2010 bei 11,1 bzw. 4,5 %, in den Folgejahren teilweise auch etwas darüber, sodass sich im Zeitverlauf, ähnlich wie in der gesamten EU, ein leichter Rückgang ergibt. Die Durchschnittswerte für Personen in der EU sind aber jeweils deutlich höher als die Werte für Deutschland. So betrug 2017 der Anteil der materiell deprivierten EU-Bevölkerung nach Schätzung des statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) 14,7 % und war damit um mehr als die Hälfte höher als in Deutschland. Als erheblich materiell depriviert galten 6,7 %. Diese Quote ist um 97 % höher als der deutsche Vergleichswert. Jedoch sinken sowohl der Anteil der materiell deprivierten als auch der Anteil der Bevölkerung, die von erheblicher materieller Entbehrung betroffen ist, in der EU schneller als in Deutschland. Folglich ist bei gleichbleibender Entwicklung von einer Annäherung der deutschen und europäischen Quoten auszugehen.

In dieser Übersichtstabelle sind die Bewertungen des Indikators für Deutschland nach Stand der vorhergehenden Jahre dargestellt. Daran lässt sich ablesen, ob das Wettersymbol für einen Indikator in den vergangenen Jahren stabil oder eher volatil war. (Bewertungen aus dem Indikatorenbericht 2018)

Zeitreihe 1

Indikator

1.1.a - Materielle Deprivation

Ziel

Anteil der Personen, die materiell depriviert sind, bis 2030 deutlich unter EU-28-Wert halten

Jahr

2014

2015

2016

2017

Bewertung - - - -

Zeitreihe 2

Indikator

1.1.b - Erhebliche materielle Deprivation

Ziel

Anteil der Personen, die erheblich materiell depriviert sind, bis 2030 deutlich unter EU-28-Wert halten

Jahr

2014

2015

2016

2017

Bewertung - - - -